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Der Begriff Web 2.0 E-Mail
Geschrieben von: Daniel Pfeiffer   

Der Begriff „Web 2.0“ stammt aus einer Brainstorming Session zwischen Tim O'Reilly und MediaLive International in Vorbereitung einer Konferenz im Jahre 2004, welche im Folgenden den entsprechenden Titel „Web 2.0 Conference“ erhielt. In der Session ging es zunächst einmal darum, die Prinzipien zu identifizieren, welche die Firmen teilen, die den Zusammensturz der New Economy überlebten und heute erfolgreich sind. Hierbei konnten sie folgende sieben Merkmale ausmachen:

 

 

 

  • Nutzung des Webs als Plattform.
  • Einbeziehung der kollektiven Intelligenz der Nutzer, sei es durch Blogs, von Benutzern geschaffene Strukturen wie die einer Folksonomy oder die Zusammenarbeit von Benutzern mittels Social Software.
  • Zugang zu Daten, die schwer oder teuer zusammenzustellen sind und die umso wertvoller werden, je häufiger sie genutzt werden.
  • Eine neue Vorgehensweise bei der Entwicklung von Software, die auch die Benutzer einbezieht.
  • „Leichtgewichtige“ Modelle, die sowohl die Programmierung, die Benutzer-schnittstellen als auch die Geschäftsmodelle betreffen.
  • Software, welche die Grenzen einzelner Geräte überschreitet.
  • Einbeziehung der sogenannten "Long Tail" durch Systeme, die einen Self-Service ermöglichen.

Das Web in den Zeiten der New Economy und das Web von heute sind offensichtlich nicht dieselben. Bis zum Web 2.0 gab es jedoch keinen Begriff mit dem das Neue greifbar gemacht werden konnte. So bediente man sich der Nomenklatur der Software-Welt, in welcher die Version die Ausprägung eines Software-Elements zu einem bestimmten Zeitpunkt bezeichnet. Unter Versionen werden zeitlich nacheinander liegende Ausprägungen eines Software-Elements verstanden. Die Versionsnummer besteht im Allgemeinen aus zwei Teilen: Einer Releas-Nummer und der Level-Nummer. Die Releas-Nummer steht getrennt von der Level-Nummer. Bei jeder größeren oder gravierenderen Änderung an dem Software-Element wird die Releas-Nummer um 1 erhöht und gleichzeitig die Level-Nummer auf 0 gesetzt. Der Begriff „Web 2.0“ beinhaltet also, dass es schon eine Version 1.0 gegeben haben muss und dass sich seitdem eine gravierende Veränderung ergeben hat.

Dies ist jedoch nicht der Fall. Ein Web 1.0 wurde nie definiert und die Veränderungen kamen auch nicht alle auf einmal, wie es bei einem Software-Update der Fall ist. Hinzu kommt, dass mit dem Begriff Web 2.0 nicht allein eine technische Weiterentwicklung umschrieben werden soll, die zumindest noch spezifizierbar wäre. Ein Blick auf die Anwendungen, die heute mit dem Web 2.0 in Verbindung gebracht werden zeigt, dass diese bereits früher als 2004 existierten und teilweise auf Dienste zurückgreifen, die bis in die 70er Jahre zurückreichen. Es soll jedoch nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, dass das World Wide Web in wachsendem Maße zum universellen Internetdienst für Endnutzer wird, doch steht diese Entwicklung in einer längeren Tradition, sodass schwerlich von einem abrupten Sprung auf eine neuere „Version“ des Internets gesprochen werden kann. Der Begriff steht für alles, was sich im Netz und um das Netz herum weiter entwickelt hat, seien es die wirtschaftlichen Aspekte des Webs oder soziale Phänomene wie Partizipation.

So kann festgehalten werden, dass mit "Web 2.0" ein Veränderungsprozess im Internet betitelt wurde. Die Versionierung von 1.0 auf 2.0 sollte jedoch nicht als abrupter Bruch zu früheren Phasen der Internetentwicklung verstanden werden. Will man versuchen auf "Web 2.0" zu verzichten, liegt der Begriff "Social Web" näher.

Quellen:

  • O'Reilly, 2005
  • Schmidt, 2008
  • Alby, 2007
  • Balzert, 1998
Grundsatzartikel von Tim O'Reilly: "What Is Web 2.0?"

Weitere aktuelle Informationen zu Web 2.0 vom O'Reilly Verlag

Siehe auch auf DP-ON: Die Geschichte des Social Web

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